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Dagmar Hauck (24), angehende Altenpflegerin in der ambulanten Intensivpflege

Wenn Dagmar von ihrer Arbeit erzählt, leuchten ihre Augen richtig. Genauer gesagt leuchten ihre Augen, wenn sie von den Menschen spricht, die sie pflegt. „Für sie ist es der letzte Lebensabschnitt, sie verändern sich in dieser Zeit, es zählen andere Werte.“ Ihnen diesen letzten Lebensabschnitt „so würdevoll und so angenehm wie möglich zu machen“ – das ist Dagmars Ziel. Ihre eigenen Großeltern starben, als sie noch ein kleines Kind war. Für sie sind die Senioren, die sie pflegt, ein wahrer Schatz. „Man kann so viel von ihnen lernen, das fasziniert mich.“

Während ihrer zwölfstündigen Schichten in der ambulanten Intensivpflege kümmert sie sich um Menschen, die schwerstkrank sind. Sie wäscht und lagert sie, tauscht Katheter und füttert sie über Sonden. Einige können noch sprechen, mit anderen verständigt sie sich über bloßes Augenzwinkern. Wer oberflächlich hinschaut, sieht vielleicht nur Falten, graues Haar, eingefallene Gesichter. „Aber ich kann sehen, was in den Menschen ist“, sagt die 24-Jährige.

Eine ältere Dame in dem Seniorenheim, in dem sie früher arbeitete, hatte sie besonders ins Herz geschlossen, erzählt Dagmar. „Sie war so ein dankbarer, liebevoller Mensch. Eine Oma, wie man sie sich wünscht.“ Während sie im Zuge ihrer Ausbildung einige Monate auf einer anderen Station arbeitete, verschlechterte sich der Zustand der Dame sehr. Als Dagmar zurückkehrte, hörte sie von den Kollegen, dass die Frau nicht mehr spricht, kaum mehr etwas zu sich nimmt und es dem Ende zugeht.

Um sich zu verabschieden, ging Dagmar zu ihr. „Ich habe gedacht, ich höre nicht richtig. Ich habe nur einen Ton gesagt und sie flüsterte mit geschlossenen Augen: ,Die Dagmar ist da.‘“ In diesem Moment hatte die 24-Jährige das sichere Gefühl, am richtigen Platz zu sein: „Da wusste ich, das ist genau das, was ich machen will.“

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